Montag , 23. Oktober 2017
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Der Vermögensverwalter Invesco will in Europa Fuß fassen. Dafür schnappen sich die Amerikaner den auf börsengehandelte Indexfonds spezialisierten Anbieter Source aus London. Der hatte zuletzt mit roten Zahlen zu kämpfen.

Invesco kauft ETF-Spezialisten Source

Die US-Vermögensverwaltungsgesellschaft Invesco kauft den britischen Anbieter Source, der sich auf börsengehandelte Indexfonds spezialisiert hat. Diese so genannten ETFs gehören zu den populärsten Finanzprodukten. „Die Übernahme wird helfen, die steigenden Bedürfnisse der Kunden in Europa zu befriedigen“, sagte Invesco-Chef Marty Flanagan.

Source ist mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt 25 Milliarden Dollar die Nummer sieben in Europa. Invesco ist weltweit zwar der viertgrößte ETF-Anbieter, hatte bisher aber keine nennenswerten Marktanteile im europäischen Geschäft mit Indexfonds. Source arbeitet mit fünf der weltweit größten Handelshäuser zusammen: Bank of America, Goldman Sachs, JP Morgan, Morgan Stanley und Nomura.

Nach Informationen des britischen Nachrichtensenders Sky lag der Preis für Source bei etwa 500 Millionen Dollar (umgerechnet 460 Millionen Euro) – Fachleuten zufolge wäre das eine vergleichsweise teure Übernahme, da Source in den roten Zahlen steckt. Invesco wollte Details zur Kaufsumme nicht nennen. Nur so viel: Man zahle deutlich weniger als das, was spekuliert werde, sagte Flanagan in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Die Private-Equity-Gesellschaft Warburg Pincus hatte die Mehrheit an Source im Jahr 2014 übernommen. Mehr als zwei Jahre später hat das Unternehmen deutlich gemacht, dass es sich von dem ETF-Anbieter wieder trennen will und damit die Branche überrascht.

Die Übernahme von Source durch Invesco soll voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden. Flanagan wollte sich nicht dazu äußern, ob Source-Chef Julian Ide, der diesen Posten seit gut einem Jahr hat, im Amt bleibt.

Europaweit lag das Vermögen, das Anleger in ETFs gesteckt haben, im ersten Quartal 2017 nach Berechnungen der Analysefirma ETFGI bei 640 Milliarden Dollar und damit so hoch wie noch nie zuvor.

Der Siegeszug der börsengehandelten Indexfonds, die für Anleger mit deutlich geringeren Gebühren verbunden sind, macht Fonds, die sich auf aktive Investmentstrategien verlegt haben, in zunehmendem Maße zu schaffen. Sie reagieren mit Fusionen und Übernahmen auf den Trend, um ihre Kosten zu senken.

Trotz des enormen Wachstums im Geschäft mit ETFs in den vergangenen Jahren haben vor allem kleinere Anbieter Probleme, in die Gewinnzone zu kommen. Enormer Preiswettbewerb macht ihnen zu schaffen.

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