Donnerstag , 24. Mai 2018
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In Frankreich zeigt sich, welche fatalen Auswirkungen der Mindestlohn haben kann

In Frankreich zeigt sich, welche fatalen Auswirkungen der Mindestlohn haben kann

Den gesetzlichen Mindestlohn gibt es in Frankreich schon seit der Nachkriegszeit. Der sogenannte „Smic“ (salaire minimum interprofessionnel de croissance) soll in Deutschlands Nachbarland am 1. Januar 2018 um 1,24 Prozent auf 9,88 Euro brutto pro Stunde steigen. Unter Berücksichtigung der gesetzlichen 35-Stunden-Woche in Frankreich entspricht das einem monatlichen Brutto-Gehalt von 1498 Euro. In Frankreich sind automatische Zuwächse gesetzlich verankert.

Derzeit zeigt sich jedoch, welche Probleme sich durch die Gehalts-Untergrenze ergeben können. Aufgrund der vergleichsweise hohen Lohnkosten für neue Arbeitnehmer stellen Unternehmer in Frankreich kaum noch Geringqualifizierte ein. Die Angestellten sind vielen Firmen zu teuer. Arbeitslose haben es darüber hinaus zunehmend schwer, überhaupt auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Weniger der Mindestlohn selbst als dessen automatischen Steigerung sorgt dafür, dass er der Wirtschaft zum Teil schadet. „Die Zuwächse des Smic kommen kaum den Armen zugute“, zitiert die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ Wirtschaftsprofessor Gilbert Cette von der Universität Aix-Marseille.

Frankreich koppelt die automatischen Steigerungen nicht nur an die allgemeine Inflation, sondern auch an die Hälfte der allgemeinen Lohnsteigerungen. Diese übersteigen jedoch die Preiserhöhungen, die durch die Entwertung des Geldes zustande kommen. Sogar im Vergleich zur Produktivitätsrate einheimischer Unternehmen stieg der Mindestlohn unverhältnismäßig hoch an.

Laut der OECD brachte es der Mindestlohn in Frankreich im vergangenen Jahr auf 61 Prozent des Median-Lohns in Frankreich. Dieses Ranking im OECD-Vergleich sorgt für eine Bremse der allgemeinen Lohnentwicklung durch das unverhältnismäßig hohe Niveau des Mindestlohns.

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