Donnerstag , 24. Mai 2018
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BMW weist Manipulationsvorwürfe zurück

BMW weist Manipulationsvorwürfe zurück

Es gab mal Zeiten, da schwebte BMW über dem Rest der Branche. Die Verkäufe waren immer ein Stück besser und die Diesel immer ein bisschen sauberer.

Damit ist seit Anfang 2018 Schluss: BMW musste eingestehen, 11700 Autos mit falscher Software ausgeliefert zu haben. „Uns ist vor einigen Jahren ein Fehler unterlaufen“, sagt BMW-Chef Harald Krüger auf der Hauptversammlung am Donnerstag in München. „Um es klar zu sagen: Mit einer gezielten Manipulation von Motorsteuerung und Abgasreinigung hat das nichts zu tun“.

Seit die Staatsanwaltschaft München wegen des Verdachts einer „prüfstandsbezogenen Abschalteinrichtung“ ermittelt, steigt der Rechtfertigungsdruck bei BMW.

Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) sagte, vieles spreche für ein bloßes Versehen. „Sie haben einen Streifschuss bekommen“, sagt dagegen Aktionärsschützerin Daniela Bergdolt. „11.700 Autos sind eigentlich nix. Aber BMW ist auf einmal Gegenstand der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.“

Das ärgert die BMW-Manager. Aufsichtsratschef Norbert Reithofer sprach von „handwerklichen, menschlichen Fehlern“. In München wartet man jetzt darauf, vom Kraftfahrtbundesamt grünes Licht für das Aufspielen neuer Software zu bekommen.

Krüger weist darauf hin, dass nach den fehlerhaften 11.700 Autos aus dem Jahr 2012  fast elf Millionen Autos ohne Beanstandung vom Band gelaufen seien.

Das Gewissen ist weiter rein – BMW sieht sich weiter nicht als Beteiligter am Dieselskandal. „Zur Wahrheit gehört auch: Das Handeln einiger Hersteller hat der gesamten Branche geschadet“, ruft Krüger den Aktionären zu und erntet Applaus. Mit vier Euro erhalten die BMW-Aktionäre die höchste Dividende der Firmengeschichte. 

Entsprechend einig waren sich die Aktionärsvertreter in ihrem Lob für die Rekordzahlen des vergangenen Jahres, mit 5000 zusätzlichen Arbeitsplätzen, 88,6 Milliarden Euro Umsatz und 8,7 Milliarden Euro Gewinn: „Das haben Sie toll gemacht!“, sagte Bergdolt.

Ärgerlich sei aber, dass BMW mit 2,5 Millionen verkauften Autos weiter hinter Mercedes-Benz liege. Und statt 30 Prozent sollte BMW künftig 50 Prozent des Gewinns als Dividende an die Aktionäre ausschütten, sagten die Aktionärsvertreter.

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